el nino berdido – das verlorene Kind

3 Jan

Jeden Montag haben wir frei und machen einen Ausflug zusammen mit einem Padre. Vorige Woche sind wir in den „Zero“ gefahren. Das ist eine Wüstenlandschaft, die aus puren Felsbrbrocken besteht. Am Tag darauf als ich in der früh im Oratorium ankam kam der 11-jährige Victor zu mir. Er fragte mich ob ich mit Jesús gesprochen habe. Ich wusste zuerst nicht welchen er meinte, weil hier jedes zweite Kind Jesús oder Lupita heißt. Er meinte seinen Nachbar Jesús. (Er ist 11 Jahre alt, hat eine jüngere Schwester die Mercedes heißt und 2 kleine Brüder im Alter von Ungefähr 6 Jahren. In meinen ersten 2 Monaten hier im Oratorium sind sie regelmäßg gekommen. Danach hab ich sie nur abundzu unten im Viertel gesehen.)

Victor erzählte mir also, dass Jesús am Vortag seinem Vater 500 Pesos (ca.30 Euro)gestohlen hatte. Sein Vater hat ihn daraufhin aus dem Haus geschmissen und möchte ihn nie wieder sehen. Mit 11 Jahren alleine in der Straße bist du hier ziemlich hilflos, deshalb ist er am selben Tag noch zum Oratorium raufgegangen um von mir Hilfe zu erbitten. Dieser Tag war allerdings Montag und ich war nicht da. Als er begriffen hat, dass ich nicht kommen werde sagte er zu den anderen Jungs er werde sich mit den Malandros(Gangster) zusammentun, weil das seine einzige Chance sei, und er ging. Als mir Victor das erzählte gingen wir hinunter ins Viertel um Jesús zu suchen. Im Hinterkopf musste ich immer wierder daran denken, dass ihm mit den Malandros keine schöne Zukunft bevorsteht, und dass in der Gesellschaft dieser Leute abrutschen in Drogen und Kriminalität und somit Gefängnis oder früher Tod vorprogrammiert ist. Victor und ich haben ihn eine Stunde lang gesucht, haben nach ihm gefragt und haben auch alle Orte abgeklappert, wo sich die Malandros gerne aufhalten……..ohne Erfolg.

Am nächsten Tag hab ich seine Brüder vom Oratorium aus in der Straße spielen sehen, ich bin sofort hinunter und hab mit ihnen geredet. Sie haben erzählt, dass er am Vortag, aslo am Dienstag in der Nacht zu ihrem Haus gekommen ist. Er hatte Verletzungen an Armen und Beinen und sein Gesicht war Blutverschmiert…….. Die Malandros haben ihn verprügelt. Sein Vater lässt ihn aber nicht ins Haus. Er sagte seinen Brüdern, er wolle in der Nacht noch einmal ins Oratorium gehen um mit mir zu reden, und wenn ich nicht da bin, dann würde er versuchen von hier zu fliehen, weil er hier nicht überleben kann. In der Nacht bin ich aber leider nie im Oratorium, weil ich zusammen mit den Padres und den Volontären im Haupthaus wohne.

Jesús ist 11 Jahre alt. Er hat absolut nichts, nicht einmal Freunde. Helfen wollte bzw. konnte ihm niemand. Wo er sich jetzt gerade befindet wissen wir nicht……………………..

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horario – Mein Tagesablauf

22 Nov

So schaut mein Tagesablauf an Werkstagen aus:

06:00 …… aufstehen

06:30 …… Morgengebet

07:00 …… Fruehstueck

o8:oo …… Fahrt ins Oratorium und arbeiten im Oratorium

14:00 …… Mittagessen bei den Familien in den Vierten rund ums Oratorium

16:00 ……zurueckkehren ins Oratorium

21:30 …… heimfahren

22:00 …… Abendgebet, danach Abendessen und putzen

buenas noches!!!

1 Nov

In den letzten Tagen ist es gerade ein wenig wild umgegangen. Chuy, ein mexikanischer Volontaer ist in der frueh nicht beim Morgengebet erschienen, was bei ihm normalerweise nie vorkam. Als ich dann beim Fruehstueck war ist Martin, ein Volontaer aus Oesterreich ploetzlich hereingekommen und hat geschrien ich soll sofort kommen. Ich bin ihm nachgerannt, genau in das zimmer von chuy, wo wir ihn regungslos am Boden aufgefunden haben. Er duerfte schon eine Stunde vorher einen epileptischen Anfall erlitten haben und konnte durch den Sturz nicht atmen. Wir fuehrten bis zum eintreffen der Rettung Herzdruckmassage durch. Chuy verstarb einen Tag spaeter im Krankenhaus, weil seine Gehirnfunktionen komplett versagten.

Chuy ist seit 14 Jahren Volontaer in Tijuana gewesen. Daher kennen ihn hier fast alle. Er war hier sehr beliebt. In der Nacht nachdem er verstarb gab es eine Wache. Es wurde die ganze Nacht an seinem Sarg gebetet. Am Tag darauf war sein Begraebniss im Oratorium Don Bosco. Es kamen Hunderte von Leuten. Nach der Messe haben wir seinen Sarg hinunter auf den Fussballplatz getragen, mit unzaehligen Kindern im Schlepptau. Fuer viele hier war Chuy ein guter Freund, dementsprechend dramatisch war es mitansehen zu muessen wie alle von ihm Abschied nahmen.

Gracias Chuy para companar nosotros… que descansas en paz!!!

26 Sep

Inzwischen bin ich schon ein Monat in Tijuana. In meinem Oratorium hab ich mich schon gut einegelebt, kenne schon fast alle Leute und bekomme auch schon langsam einen Uberblick uber samltliche Aktivitaten. In der Nacht vom 15. auf den 16. September wird in Mexiko der Tag der Unabhangigkeit gefeiert. Ist wie unser Nationalfeiertag, wird aber wirklich gefeiert. Nach einem solchen Fest weiss man, was Fiesta Mexicana bedeutet ;-). Wer hier nicht tanzt ist ein ziemlicher Aussenseiter. Der hohepunkt war aber natuerlich der Grito (Schrei). Hier wird die Fahne geehrt, es werden die Glocken gelautet, Raketen gibt es auch, die Hymne wird naturlich gesungen und alle feuern ihr Land mit „Viva Mexiko“ und unzahligen zwischenrufen. Allerdings war das so eindrucksvoll, dass man es kaum beschreiben kann.

Letztens bekam ich im Oratorium einen Anruf von einem Mann der einige Werkzeuge brauchte. Ich hab mit meinem spanisch aber nicht alles verstanden, weil Worter wie Meissl nicht zu meinem Vokabular gehoren. Deshalb hab ich mir einfach den 9 Jahre alten Saul geschnappt, der gerade zufallig vorbeiging und in gebeten mit dem Mann zu telefonieren. Das hat er gemacht und danach sind wir in den Gerateschuppen gegangen und er hat mir alle Werkzeuge rausgesucht, die ich nicht verstanden habe. Wir haben aber auch eine Schachtel suchen mussen wo ein Name draufstand, plotzlich hat er mich gefragt ob ich ihm das nicht vorlesen konnte, als ich fragte warum, hat er mir erklart, dass er nicht lesen und schreiben kann!!! Wir haben ein wenig darueber geredet und zum schluss hat er mich gefragt ob ichs ihm nicht beibringen konnte. Er half mir dann noch ziemlich lange beim Arbeiten. Spater hat er mich dann nach meinem Gebrutstag gefragt und ich hab ihn nach seinem Geburtsdatum gefragt, er hats aber nicht gewusst, nicht einmal das Monat oder die Jahreszeit. Er meinte aber er werde noch am selben Tag seine Mama fragen. Am nachsten Tag kam er zu mir und dass erste was er mir sagte war: Meine Mama weiss mein Geburtsdatum auch nicht!!!

Oratorio La Lupita

31 Aug

Am Montag haben wir erfahren in welche Oratorien wir kommen. Ich komm ins Oratorio La Lupita. Das ist ein eher kleineres Oratorio. Vormittags ist dort nicht so viel los und man geht dort oft einfach nur Hausmeistertätigkeiten nach. Am Nachmittag kommen dann aber immer mehr Kinder und ab 4 oder 5 Uhr gehts dann wirklich fett ab. Das Oratorium ist ziemlich schön, es ist in den Hügeln mit Blick auf das Meer. Es bestaht aus einem Sportplatz für Fußball, Basketball und Volleyball (natürlich aus Beton), aus einer Capilla(Kirche), aus einer Kürche, Spielplatz, Spieleraum und Salones zum unterrichten. Toiletten gibts natürlich auch haufenweise ;-).

Am Montag ist auch immer unser freier Tag und an diesem Montag sind wir an den Strand gefahren. Der Grenzzaun mündet dort direkt ins Meer (auf dem Bild oberhalb sieht man einen Ausschnitt davon). Wir sind dann bei ca. 10°C mit einigen Delfinen  von Mexiko in die USA geschwommen :D.

Da Computer normalerweise nur am Montag erlaubt sind, wird es wohl dauern bis ich wieder schreib. Bis dahin Esperate 😉

25 Aug

Bin jetzt den 3ten Tag in Tijuana. Es is die wahrscheinlich dreckigste Stadt der Welt ;-). In der ersten Woche arbeiten wir Volontäre alle zusammen in einem Oratorio. Danach werden wir auf die 6 Oratorien aufgeteilt. Wir stehen jeden Tag um 6 in der Früh auf, sind den ganzen Tag im Oratorium und kommen um ca. 10 uhr wieder heim. Im Oratorium helfen wir den Lehrern beim Unterrichten. Mittagessen gibt es jeden Tag bei einer anderen Familie im Viertel rund ums Oratorio. Am Nachmittag steht Freizeitbetreung am Programm. Dieser Tagesablauf ist ziemlich anstrengend und man fällt ach dem abendessen immer sehr müde (aber glücklich) ins Bett.

Saludos de la gran ciudad

Lukas Armut 😉

Hello world!

12 Aug

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